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Erinnerungen an Erich Insel - aktiver Naturschützer


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Erich Insel wurde am 19. November 1930 in Grebs bei Lehnin (jetzt Gemeinde Kloster Lehnin) geboren und verstarb am 4. Dezember 2011 nach langer schwerer Krankheit. Seine Beisetzung fand an seinem letzten Wohnort in Wusterwitz statt.

Nach seiner Lehre als Rundfunkmechaniker arbeitete er im Betrieb RFT in Brandenburg/Havel, danach auf der Thälmann-Werft in Brandenburg und wechselte 1966 zum Stahl- und Walzwerk Brandenburg in die Abteilung Konstruktion für Elektroanlagen. Als 1975 nahe seines Wohnortes Golzow (Kreis Brandenburg Land) eine Fernmeldeanlage  der Deutschen Post in Betrieb ging, fand er hier im technischen Bereich seine letzte berufliche Tätigkeit und wurde schließlich von der Telekom bis zum Eintritt in den Ruhestand (1993) übernommen.

Seit 1969 war Erich Insel als Naturschutzhelfer im Kreis Brandenburg/Land tätig. Sein Hauptaugenmerk richtete er auf den Schutz der Bäume in den Gemeinden und Städten des Kreisgebietes. Auf der Kreisseite der „Märkischen Volksstimme“ (MV) meldete er sich des Öfteren zu Problemen des Natur- und Landschaftsschutzes und mahnte die Einhaltung der gesetzlichen Grundlagen an. 1977 wurde er zum Kreis-Naturschutzbeauftragten (KNB) für den Kreis Brandenburg/Land berufen. Von Anfang an unterstützte er die Bildung von Arbeitsgruppen Landeskultur innerhalb der Gemeindeverbände des Kreises. Erich Insel konnte innerhalb der Ständigen Kommission Umweltschutz, Wasserwirtschaft, Erholungswesen des Kreistages (in der er als berufener Bürger tätig war), bei Ortsbesichtigungen in Einrichtungen und Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG), mit Betriebsleitern und LPG-Vorsitzenden auch kritische Anmerkungen zum Landschaftsschutz anbringen. Er war immer an einer engen Zusammenarbeit von Gemeinden, Betrieben und Genossenschaften in Sachen Natur- und Landschaftsschutz interessiert. Bereits 1975 wirkte er bei der Erarbeitung eines Kreistagsbeschlusses über die landeskulturelle Entwicklung bis 1980 maßgeblich mit (Beschluss Nr.8-26/75; 25.9.75). Für jenen Kreistag am 25.September 1975 gestaltete er eine sehr ansprechende Ausstellung zu den Problemen des Natur- und Umweltschutzes. Obwohl Erich Insel ein ruhiger ausgeglichener Mensch, der freundlich und zuverlässig war, zeigte er im Naturschutz ein hartnäckiges Durchsetzungsvermögen. So legte er sich auch mit den Funktionären aus dem Bereich der Landwirtschaft und mit einigen LPG-Vorsitzenden an, wenn es um nicht genehmigte Baumfällungen bei Meliorationsvorhaben ging oder bei illegalen Eingriffen in die Naturschutzgebiete Krahner Busch und Rietzer See. In der Zeit von 1980-1990 engagierte sich Erich Insel in der Fachgruppe Ornithologie Brandenburg/Havel im Kulturbund und übernahm in dieser Zeit die Betreuung der Weißstörche im Landkreis. Von 1981-1990 setzte er seine aktive gesellschaftliche Tätigkeit innerhalb der „Gesellschaft für Natur und Umwelt“ (GNU) fort. Er verstand es hervorragend, ansprechende Ausstellungstafeln zu entwerfen und anzufertigen, die im Kreistag, im Kulturbund, der GNU und später auch im Kreis-Naturschutzzentrum „Rietzer See“ gezeigt wurden. Er beteiligte sich auch an den bezirklichen Vogel-Beringungsaktionen von 1976-1980 am Rietzer See und konnte dort vielen jungen Leuten seine Erfahrungen im Naturschutz vermitteln. Bereits 1977 besichtigte er mit Naturschutzhelfern einen leerstehenden Weidemelkstall bei Schenkenberg in der Nähe des NSG „Rietzer See“ und war von Anfang an ein begeisterter Verfechter der Idee, daraus ein Kreis-Naturschutzzentrum zu errichten. Als 1979 die behördliche Genehmigung für die Ausbauarbeiten vorlag, war Erich Insel mit Rat und Tat dabei. Er verputzte Wände, verlegte elektrische Leitungen und pflanzte Bäume und Sträucher.

1990 wurde Erich Insel Mitglied im Naturschutzbund (NABU) Brandenburg/Havel e.V. und zählte damit zu unseren Gründungsmitgliedern.

Nach der deutschen Einheit brachte er sein Wissen und sein Engagement im Landkreis ein. Er war von 1990-1993 Mitglied des Kreisausschusses im Kreistag Brandenburg und Vorsitzender des Fachausschusses Landwirtschaft/Umweltschutz. Ab 1993 war er Mitglied des Naturschutzbeirates, dann ab 1994 im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Im Zeitraum 1994-2003 wirkte er als Sachkundiger Einwohner im Ausschuss für Kreisentwicklung, Planung, Umwelt und Verkehr des Kreistags Potsdam-Mittelmark mit.

Im Naturschutzbeirat waren seine Erfahrung und die Ortskenntnis im Altkreis Brandenburg sehr wertvoll und er wirkte dort, bis zum Rücktritt des Beirates, der aus Protest gegen die Beschneidung der Beiratsrechte in der Gesetzesnovelle von 2004 erfolgte, aktiv mit.

Ausgezeichnet wurde Erich Insel mit der „Ehrennadel für besondere Leistungen im Naturschutz in Silber“ auf einer Naturschutztagung im Jahr 1974.

Der NABU-Regionalverband Brandenburg/Havel e.V. und die Naturschutzhelfer der Region vermissen den aktiven Naturschützer Erich Insel mit seiner fachlichen Kompetenz aber auch seiner Fröhlichkeit.

Erich Insel wird uns in guter Erinnerung bleiben. Der NABU wird in seinem Sinne weiter wirken.

 

Naturschutzbund (NABU) Regionalverband Brandenburg/Havel e.V.

 

 

Literatur/Quellen:  

Behrens, Hermann (2009): Band 3 Naturgeschichte und Naturschutzbeauftragte in Berlin und Brandenburg. Lexikon der Naturschutzbeauftragten S. 664-665.

Archiv des NABU-RV Brandenburg/Havel e.V.

 

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