Tag der Demokratie an der Grund- und Gesamtschule Lehnin „Heinrich Julius Bruns“
Ganztagsschule setzte starkes Zeichen für Toleranz, Mitbestimmung und Verantwortung
Am 29. Mai 2026 stand die Grund- und Gesamtschule Lehnin „Heinrich Julius Bruns“ ganz im Zeichen der Demokratie. Kinder und Jugendliche aller Altersstufen setzten sich auf unterschiedliche Weise mit Grundrechten, Menschenrechten, Mitbestimmung, Toleranz und gesellschaftlicher Verantwortung auseinander. Der Aktionstag machte deutlich, dass Demokratiebildung an der Ganztagsschule nicht nur im Unterricht behandelt wird. Sie gehört zum schulischen Alltag und wird im gemeinsamen Miteinander erfahrbar.
Die Klassen 1 bis 4 erlebten demokratische Grundwerte zunächst auf spielerische Weise. Beim Fun-Sportfest standen nicht allein sportliche Ergebnisse im Mittelpunkt. Entscheidend waren Teamgeist, Rücksichtnahme, Zusammenhalt und das gemeinsame Bemühen um gute Lösungen. Betreut und unterstützt wurden die Grundschulkinder von Neuntklässlerinnen und Neuntklässlern. Diese altersübergreifende Zusammenarbeit ist an der Lehniner Schule seit Jahren Teil der pädagogischen Praxis. Ältere Jahrgänge übernehmen Verantwortung für jüngere Kinder. Dadurch entstehen Begegnungen, Vertrauen und soziale Kompetenzen. Zugleich wird ein respektvoller Umgang zwischen den Altersgruppen gestärkt.
Die Sekundarstufe 1 näherte sich dem Thema Demokratie mit unterschiedlichen Projekten. Einzelne Klassen organisierten ein internationales Basketballturnier. Jede Mannschaft vertrat ein anderes Land. Die farbenfrohen Nationalflaggen auf den Gesichtern der Teilnehmenden zeigten, dass Sport an diesem Tag mehr war als Wettbewerb. Fairness, Vielfalt, internationale Verständigung und demokratische Werte wurden auf praktische Weise miteinander verbunden.
Andere Lerngruppen verließen das Schulgelände und besuchten Orte, an denen politische Bildung und Geschichte unmittelbar erlebbar werden. In Berlin nahmen Jugendliche an einer Demokratie-Rallye teil. Dabei ging es um Vielfalt, Zivilcourage, Beteiligung, Stadtgeschichte und gesellschaftlichen Dialog. Weitere Gruppen beschäftigten sich im Landtag Brandenburg mit parlamentarischen Abläufen, demokratischer Entscheidungsfindung und politischer Beteiligung. Andere besuchten die Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße in Potsdam. Der Blick auf Unfreiheit, politische Verfolgung und autoritäre Herrschaft machte deutlich, weshalb Demokratie, Grundrechte und Erinnerungskultur aktiv geschützt werden müssen.
Den gemeinsamen Auftakt bildete eine Veranstaltung in der Schule. Schulleiter Dr. Lenius begrüßte die Kinder, Jugendlichen, Lehrkräfte und Gäste. Bürgermeister Uwe Brückner richtete ermahnende und zugleich ermutigende Worte an die Anwesenden. In seiner Ansprache stellte er heraus, dass Demokratie nicht selbstverständlich ist. Sie muss durch Respekt, Beteiligung, Mut und Verantwortung immer wieder gestärkt werden. Ein zentraler Gedanke seiner Rede war der Vergleich mit einem Akku.
Demokratie funktioniert nur, wenn sie regelmäßig aufgeladen wird. Dies geschieht durch Zuhören, Mitreden, Widerspruch ohne Hass und den Schutz der Grundrechte.
Auch der Landtagsabgeordnete und Schirmherr Udo Wernitz betonte die Bedeutung von Vielfalt und Courage. Er warb dafür, kulturelle Unterschiede nicht als Trennlinie, sondern als Chance zu verstehen. Seine Botschaft an die jungen Menschen war klar. Eine offene Gesellschaft braucht Menschen, die pauschaler Ausgrenzung entgegentreten, anderen eine faire Chance geben und Verantwortung für das Miteinander übernehmen.
Mehmet Sahin, ebenfalls Schirmherr der „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, war bei der Auftaktveranstaltung anwesend und vermittelte in seinem Redebeitrag sehr persönlich seine Sicht auf das Thema. Er berichtete von eigenen Erfahrungen des Ankommens, von Vorurteilen und Ausgrenzung, aber auch von der Bedeutung persönlicher Begegnungen. Zugleich machte er deutlich, dass er sich in Kloster Lehnin angekommen fühlt und gern Teil der Gemeinde ist. Seine Worte unterstrichen, dass demokratische Werte nicht nur in politischen Institutionen Bedeutung haben. Sie müssen vor allem im Alltag gelebt werden.
Kulturelle Beiträge verschiedener Klassen ergänzten den Auftakt. Chorauftritte, Rollenspiele und weitere Präsentationen griffen die Thematik auf eigene Weise auf. Vor der Halle luden Informationsstände zur weiteren Auseinandersetzung mit Demokratie ein. Ein Berliner Sänger setzte mit eigenen Stücken zusätzliche musikalische Impulse und regte zum Nachdenken an.
Der diesjährige Aktionstag knüpfte an eine Entwicklung an, die an der Grund- und Gesamtschule Lehnin „Heinrich Julius Bruns“ bereits seit mehreren Jahren sichtbar ist. Die Bildungseinrichtung wurde 2023 als landesweit 100. Schule in Brandenburg mit dem Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet. Diese Selbstverpflichtung prägt seitdem zahlreiche Projekte, Aktionen und Formen des schulischen Miteinanders.
Auch frühere Demokratietage zeigten, wie breit die Schule das Thema versteht. Konfliktlösung, Kinder- und Menschenrechte, Wertschätzung und demokratische Prozesse standen wiederholt im Mittelpunkt. Der Aktionstag 2026 setzte diese Linie fort. Er machte erneut sichtbar, dass Demokratiebildung an der Lehniner Ganztagsschule kein Einzelprojekt ist, sondern Teil einer langfristigen pädagogischen Haltung.
Der Tag der Demokratie wurde damit zu einem starken Zeichen für eine Schule, die junge Menschen nicht nur fachlich bildet. Sie begleitet Kinder und Jugendliche auch in ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Entwicklung. Demokratie beginnt im Kleinen. Beim Zuhören, beim fairen Streit, beim gemeinsamen Sport, bei der Übernahme von Verantwortung, beim Eintreten gegen Ausgrenzung und beim Mut, die eigene Stimme einzubringen.
Die Grund- und Gesamtschule Lehnin „Heinrich Julius Bruns“ zeigte eindrucksvoll, wie demokratische Bildung gelingen kann. Altersgerecht, praxisnah, vielfältig und nah an der Lebenswelt junger Menschen. Gerade in einer Zeit, in der demokratische Werte weltweit unter Druck stehen, besitzt dieses Engagement besondere Bedeutung. Demokratie bleibt nur lebendig, wenn sie verstanden, erlebt und täglich praktiziert wird. Dafür setzte der Tag der Demokratie ein sichtbares Zeichen.
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Tag der Demokratie an der Grund- und Gesamtschule Lehnin 2026 (MO, 01. Juni 2026)

















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