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Brot mit Geschichte, Geschmack und Haltung

Brot ist nicht gleich Brot. Das wurde am Freitag, dem 5. Juni, bei einer Brotverkostung im Kloster-Café Fiedler in Lehnin deutlich. Bürgermeister Uwe Brückner, Frau Dr. Karin Raschinsky von den Manufaktur Helden und weitere Gäste waren eingeladen, drei besondere Brotsorten aus der Backstube von Bäckermeister Michael Fiedler zu probieren.


Im Mittelpunkt stand die Grüne Brotlinie. Sie steht bei Fiedler für handwerklich gebackene Brote mit regionalem Bezug, natürlicher Bodenständigkeit und eigener Handschrift. Es ging um Geschmack, Kruste, Aroma, Zutaten und um die Frage, was ein gutes Brot heute ausmacht.


Probiert wurden ein klassisches Roggenvollkornbrot als Kastenbrot, das Brennnesselbrot und Gölkes Brot. Alle drei Brote überzeugten. Jedes hatte seinen eigenen Charakter. Am Ende hatte jeder Verkoster eine eigene Lieblingssorte.


Das Roggenvollkornbrot zeigte, wie kräftig und zugleich ausgewogen ein gutes Brot schmecken kann. Das Brennnesselbrot brachte eine feine, kräuterige Note mit und machte deutlich, wie gut regionale Zutaten in ein Brot passen können. Gölkes Brot erinnert mit seinem Namen an Gustav Gölke, den Urgroßvater von Michael Fiedler. Damit verbindet dieses Brot Geschmack mit Familiengeschichte.


Gerade diese Verbindung macht die Bäckerei Fiedler besonders. Hier wird Brot nicht anonym produziert. Hier steht ein Bäckermeister in der Backstube, der seine Produkte kennt, seine Kundschaft ernst nimmt und seine Rezepturen mit Überzeugung pflegt.


Fiedler bietet viele unterschiedliche Brotsorten an. Manche entstehen nur in kleinen Stückzahlen. Nicht jedes Brot muss ein Massenprodukt sein. Manche Sorten bleiben im Angebot, weil Kundinnen und Kunden sie seit Jahren schätzen. Eine private Bäckerei mit eigener Backstube kann solche Wünsche aufnehmen. Sie kann auf Menschen reagieren. Sie kann Sorten bewahren, die in industriellen Backregalen oft keinen Platz mehr hätten.


Das ist ein deutlicher Unterschied zu vielen Backwaren aus dem Supermarkt. Dort zählt häufig Standardisierung. Im Handwerk zählt Erfahrung. Ein gutes Brot braucht Zeit. Sauerteig braucht Ruhe. Eine gute Kruste entsteht nicht nebenbei. Geschmack entsteht durch Rohstoffe, Verarbeitung, Reife und Können.


Michael Fiedler folgt nicht jedem Trend. Er setzt auf regionale Nähe, solide Zutaten und handwerkliche Qualität. Sein Grundsatz ist klar: Regional ist nicht egal. Diese Haltung passt zu Lehnin. Sie passt zum Standort am Kloster. Sie passt zu einer Bäckerei, deren Geschichte über viele Generationen reicht.


Auch deshalb ist Fiedler mehr als eine Bäckerei. Das Kloster-Café liegt direkt am Eingang des Klosters Lehnin. Dieser Ort ist tief mit der Geschichte der Mark Brandenburg verbunden. Schon Theodor Fontane beschrieb Lehnin als Ort voller Erinnerung, Natur, Poesie und besonderer Atmosphäre. Die alte Klosteranlage, die Bäume, die Sagen und die Landschaft der Zauche machten Lehnin zu einem Ort, an dem Menschen ankommen, schauen, verweilen und durchatmen.


Seit mehr als hundert Jahren gehört zu dieser Lehniner Ausflugskultur auch das Café. Wer aus Berlin oder aus der Region kam, suchte Ruhe, Wald, Wasser und Geschichte. Danach gehörten Kaffee und Kuchen für viele selbstverständlich dazu. Bis heute ist dieser Gedanke spürbar. Fiedler verbindet Backstube, Café, Konditorei und Ortsgeschichte an einem besonderen Platz.

Bürgermeister Uwe Brückner würdigte bei dem Besuch die Bedeutung solcher Handwerksbetriebe für die Gemeinde Kloster Lehnin. Echte Bäckereien sind mehr als Verkaufsstellen. Sie sichern Nahversorgung. Sie schaffen Vertrauen. Sie halten Tradition lebendig. Sie geben einem Ort ein Stück Identität.


Gerade in schwierigen Zeiten ist das nicht selbstverständlich. Energiepreise, Personalmangel, steigende Kosten und der starke Wettbewerb mit industriellen Angeboten machen es kleinen Handwerksbetrieben nicht leicht. Umso wichtiger sind Betriebe, die trotzdem an Qualität, Kundennähe und handwerklicher Herstellung festhalten.


Fiedler steht dafür. Für viele Menschen gehört die Bäckerei seit Jahrzehnten zum Alltag. Für andere ist das Kloster-Café ein Ziel beim Besuch in Lehnin. Wer dort Brot kauft, nimmt mehr mit als ein Lebensmittel. Er unterstützt ein Stück regionales Handwerk.
Die Brotverkostung hat gezeigt: Es lohnt sich, Brot bewusst zu kaufen. Es lohnt sich, Sorten zu vergleichen. Es lohnt sich, wieder genauer hinzuschmecken.


Wer neugierig geworden ist, sollte sich selbst einen Eindruck verschaffen. Vielleicht beim nächsten Spaziergang am Kloster. Vielleicht nach einem Besuch der Klosteranlage. Vielleicht ganz bewusst beim nächsten Broteinkauf.


Probieren Sie die Brotsorten vor Ort. Fragen Sie nach der Grünen Brotlinie. Nehmen Sie ein Brot mit nach Hause. Und finden Sie heraus, welches Brot Ihre persönliche Lieblingssorte wird.

 

Kloster-Bäckerei und Café Fiedler
Marktplatz 6, 14797 Kloster Lehnin OT Lehnin
Telefon: 03382 333, www.klostercafe-lehnin.de
 

Fotoserien

Brotverkostung Bäckerei Fiedler Juni 2026 (FR, 12. Juni 2026)

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Lehnin
Fr, 12. Juni 2026

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