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30 Jahre Lothar-Kreyssig-Haus – Ein Fest der Dankbarkeit und Verbundenheit

Mit einer feierlichen Jubiläumsveranstaltung hat das Lothar-Kreyssig-Haus in Kloster Lehnin sein 30-jähriges Bestehen begangen. Rund 120 Gäste, darunter Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige, Mitarbeitende sowie zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft, kamen im vollbesetzten Saal zusammen, um gemeinsam auf drei Jahrzehnte Pflege, Fürsorge und Gemeinschaft zurückzublicken.

 

Die Veranstaltung begann besinnlich mit einer Andacht. Als biblisches Motto hatten die Verantwortlichen den 118. Psalm gewählt – ein Leitgedanke, der die Themen Dankbarkeit, Ehrfurcht und Demut in den Mittelpunkt stellte und daran erinnerte, dass das Leben Geschenk, aber auch gebrechlich und endlich ist. Theologischer Vorstand Matthias Blume prägte den geistlichen Rahmen des Festakts, der mit dem Vaterunser und einem gemeinsamen Abschlusslied ausklang.

 

Landrat Marko Köhler nutzte die Gelegenheit, um den Blick auf die Menschen zu richten, die das Haus in den vergangenen drei Jahrzehnten geprägt haben und weiterhin prägen. Mit Blick auf die rund 70 Mitarbeitenden betonte er, dass jeder Mensch – unabhängig vom Unterstützungsgrad – seine Würde besitze und diese im Haus seit über 30 Jahren begleitet werde. Pflege sei mehr als Verantwortung, sagte Köhler, es gehe um Menschlichkeit, ein freundliches Wort und ein offenes Ohr – Werte, die angesichts einer immer älter werdenden Gesellschaft zunehmend an Bedeutung gewinnen.

 

Superintendent Wisch würdigte das Haus als weit mehr als eine Pflegeeinrichtung und dankte für die langjährige Gastfreundschaft, die der evangelische Kirchenkreis dort erfahren durfte. Er erinnerte an den Namensgeber und sprach mit Blick auf aktuelle politische Entwicklungen von einem Jubiläum, das vor allem ein Moment der Dankbarkeit sei und ein Privileg, das geschichtsträchtige Gelände täglich mitnutzen zu dürfen.

 

Bürgermeister Uwe Brückner betonte in seiner Rede die besondere Bedeutung des Lothar-Kreyssig-Hauses für die Gemeinde: Es bilde ein „tragendes Fundament in der Betreuung älterer Menschen" und sichere Fürsorge, Nähe und Würde in einer Lebensphase, die von Veränderungen geprägt sei. Er würdigte das tägliche Engagement der Mitarbeitenden, die fachliche Kompetenz mit Einfühlungsvermögen verbinden. Darüber hinaus hob er die enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Gemeindeverwaltung und dem Evangelischen Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin hervor, zu dem das Haus gehört. 

Das Leitmotiv des Hauses, „Wir gehen Wege mit Menschen", stehe für verlässliche Begleitung und Zuversicht. Brückner erinnerte zudem an den Namensgeber Lothar Kreyssig, der sich zeitlebens für Recht, Würde und Verantwortung eingesetzt hatte und verwies auf das Motto von „Ora et labora", das im Haus bis heute gelebt werde. 

Als Initiator der Ausbildungsmesse sprach er auch den anhaltenden Fachkräftemangel an und dankte ausdrücklich den ehrenamtlich Engagierten. Im Rahmen seiner Rede überreichte er das Wappen der Gemeinde Kloster Lehnin als Zeichen der Verbundenheit.

 

Hausarzt Dr. Achim Wagner sprach stellvertretend für die Ärztinnen und Ärzte, die über die Jahre mit dem Haus zusammengearbeitet haben. Er berichtete auch aus persönlicher Erfahrung als Angehöriger, der das Haus selbst erlebt hat, und sprach von Zuversicht, Freude und Frieden, die den Lebensabend der Bewohnerinnen und Bewohner prägen. Die Arbeit werde zunehmend anspruchsvoller, so Wagner, dennoch gebe es immer wieder schöne Geschichten zu erzählen.

 

Im Mittelpunkt der Feier standen im weiteren Verlauf zwei besondere Bewohnerinnen: Erika Schulze, seit 17 Jahren die am längsten im Haus lebende Bewohnerin, die sich mit großer Hingabe um die Blumenpflege kümmert. Geehrt wurde zudem Erna Rese, die im November ihren 104. Geburtstag feiert und als älteste Bewohnerin des Hauses gilt. Mit ihrer Lebensfreude und ihrem Tatendrang ist sie Vorbild und Bereicherung für die gesamte Hausgemeinschaft.

 

Ein bewegender Teil der Feier galt den Dienstjubiläen der Mitarbeitenden die für ihre langjährige Treue, zwischen 25 und 42 Jahren, geehrt. Mehrere von ihnen erhielten das Kronenkreuz der Diakonie in Gold, das für 25 Jahre Dienst verliehen wird und für Treue, Nächstenliebe und Überzeugung steht. 

 

Zum Abschluss der Feierlichkeiten eröffneten die Fotografen des Fotoprojektes „Blende 8" ihre Ausstellung „Jenseits der Jahre". Die 17 Porträtaufnahmen zeigen die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses und lenken den Blick auf eine Schönheit, die sich erst bei genauerem Hinsehen erschließt – zugleich dokumentieren die Bilder eindrücklich das Leben und die Bedürftigkeit im Alter. 

 

Das Lothar-Kreyssig-Haus ist Teil des Evangelischen Diakonissenhauses Berlin Teltow Lehnin das zu den größten Arbeitgebern der Gemeinde zählt. Angesichts des demografischen Wandels und des anhaltenden Fachkräftemangels in der Pflegebranche wurde bei der Feier deutlich, welchen Wert eine über Jahrzehnte verlässliche Einrichtung für die Gemeinde Kloster Lehnin besitzt.

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Veröffentlichung

Kloster Lehnin
Sa, 04. Juli 2026

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