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25 Jahre Luise-Henrietten-Hospiz Lehnin

Ein Jubiläum im Zeichen von Würde, Fürsorge und Dankbarkeit

 

Bei sonnigem Herbstwetter feierte das Evangelische Luise-Henrietten-Hospiz am 25. September sein 25-jähriges Bestehen. Schon rund eine halbe Stunde vor Beginn der Andacht versammelten sich Gäste, Wegbegleiter und Verantwortliche vor der Klosterkirche. Bei einem Getränk wurden sie herzlich empfangen. Für einen besonders warmen Auftakt sorgten die Kinder des evangelischen Kindergartens. Mit zwei Liedern gratulierten sie dem Hospiz und seinen Mitarbeitenden zum Jubiläum.

 

Anschließend fanden sich die Gäste in der festlich vorbereiteten Klosterkirche ein. Kerzen schmückten die Bankreihen, vor dem Altarraum bildete ein großes, aus Blumen gestaltetes Kreuz den sichtbaren Mittelpunkt. Über der gesamten Feier stand ein Vers aus Psalm 31, der dem Anlass eine besondere Tiefe verlieh. „Meine Zeit steht in Deinen Händen.“

 

Pfarrer Matthias Blume, Theologischer Vorstand des Evangelischen Diakonissenhauses Berlin Teltow Lehnin, eröffnete die Andacht. Er erinnerte daran, was 25 Jahre Hospizarbeit im Alltag bedeuten. Tag für Tag und Nacht für Nacht begleiten Menschen schwerkranke und sterbende Gäste mit Respekt, Zuwendung und großer Verantwortung. An der persönlichen Geschichte eines inzwischen verstorbenen Freundes verdeutlichte Blume, wie wichtig menschliche Nähe gerade dann wird, wenn Heilung nicht mehr möglich ist und sich der Blick auf die verbleibende Lebenszeit richtet.

 

Musikalisch begleitete Markus Belß, Vorsitzender des Fördervereins Luise-Henrietten-Hospiz Lehnin, die Andacht an der neuen Wegscheider-Orgel. Das Instrument wurde erst im Juli dieses Jahres feierlich in der Klosterkirche in Dienst gestellt und verlieh der Andacht einen besonderen musikalischen Rahmen.

 

In ihrer anschließenden Festrede „Hospizarbeit im Wandel“ zeichnete Pfarrerin Anne Heimendahl, Landespfarrerin für Evangelische Krankenhausseelsorge, die Entwicklung der Hospizbewegung nach. Sie verband historische und gesellschaftliche Veränderungen mit Erfahrungen aus ihrem eigenen beruflichen Weg. Dabei wurde deutlich, wie jung viele Strukturen der heutigen Hospiz- und Palliativversorgung noch sind und wie viel Engagement notwendig war, damit schwerkranke Menschen heute verlässlich begleitet werden können.

 

Den Blick auf die Lehniner Geschichte richtete anschließend Michael Blümchen. Er leitet das Luise-Henrietten-Hospiz und bildet gemeinsam mit Pia Reisert die Geschäftsführung des Unternehmensbereichs Altenhilfe im. Blümchen erinnerte an die Aufbaujahre des Hospizes, an manche Hürde, vor allem aber an die Menschen, die diese Arbeit von Beginn an mitgetragen und weiterentwickelt haben.

 

Die Wurzeln der Hospizarbeit reichen in Lehnin weiter zurück als die Eröffnung des stationären Hospizes im Jahr 2001. Bereits 1994 begründete die damalige Oberin des Luise-Henrietten-Stifts, Schwester Ruth Sommermeyer, in Lehnin die ambulante Hospizarbeit. Als noch kein stationäres Hospiz bestand, suchten die Diakonissen eigene Wege, um sterbende Menschen nicht allein zu lassen. Diese frühe Arbeit bildete eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung der Hospizbegleitung in der Region.

 

Einige der heute noch in Lehnin lebenden Diakonissen nahmen stellvertretend für die Schwesternschaft an der Jubiläumsfeier teil. Ihre Anwesenheit schlug damit zugleich eine Brücke zu jener Tradition der tätigen Fürsorge, die das Luise-Henrietten-Stift und das Klostergelände über Jahrzehnte geprägt hat.

 

Für die Gemeinde Kloster Lehnin überbrachte der stellvertretende Bürgermeister Mathias Jeske die Glückwünsche. Bürgermeister Uwe Brückner konnte an der Feier nicht teilnehmen und ließ herzliche Grüße ausrichten. Jeske würdigte die Hospizarbeit vor allem aus gesellschaftlicher Sicht. Auch die beste Medizin erreiche irgendwann einen Punkt, an dem sie nicht mehr heilen könne. Dann gelte es, Beschwerden zu lindern, Ängste aufzufangen und dem Menschen auf seinem letzten Weg Würde und Geborgenheit zu bewahren.

 

Diese Begleitung entlastet zugleich die Angehörigen. Wer einen schwerkranken Menschen begleitet, trägt Sorge, Verantwortung und häufig große Unsicherheit. Im Hospiz dürfen Familien darauf vertrauen, dass ihnen Menschen mit Erfahrung, Fachkompetenz und Einfühlungsvermögen zur Seite stehen. Gerade darin liegt ein Wert, der weit über medizinische Versorgung hinausreicht.

 

Für Kloster Lehnin besitzt das Hospiz auch durch seinen Standort eine besondere Bedeutung. Das Diakonissenhaus mit seinen medizinischen, pflegerischen und sozialen Einrichtungen gehört seit Generationen zum Ort. Auf dem historischen Klostergelände setzt sich unter heutigen Bedingungen ein alter Grundgedanke fort. Menschen erfahren Unterstützung und Fürsorge gerade dann, wenn sie auf andere angewiesen sind. Der Mensch und seine unverlierbare Würde stehen dabei im Mittelpunkt.

 

Auch das ehrenamtliche Engagement trägt diese Arbeit wesentlich. Für den Förderverein Luise-Henrietten-Hospiz Lehnin sprach Stefan Köhler-Apel. Er verdeutlichte, wie viele zusätzliche Anschaffungen, Unterstützungsangebote und besondere Wünsche der Hospizgäste erst durch Spenden ermöglicht werden. Nach seinen Angaben konnte der Förderverein seit seiner Gründung insgesamt rund 397.000 Euro für die Hospizarbeit einsetzen. Zu den geförderten Vorhaben gehört auch der neue Fahrstuhl des Hauses. Hospize sind neben der Finanzierung durch Kranken- und Pflegeversicherung weiterhin auf Spenden und ehrenamtliche Unterstützung angewiesen sind. 

 

Einen besonders persönlichen Abschluss erhielt die Feierstunde in der Klosterkirche durch Pflegedienstleiter Andreas Eckeldt. Er bat die festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die ehrenamtlich Engagierten gemeinsam nach vorn in den Altarraum. Dort dankte er ihnen mit herzlichen und sehr persönlichen Worten für ihre Verlässlichkeit, ihre Zusammenarbeit und die Hingabe, mit der sie Hospizgäste und Angehörige begleiten. Als Zeichen der Anerkennung erhielten sie ein kleines Erinnerungspräsent an diesen Jubiläumstag. Eckeldt leitet den Pflegedienst des Lehniner Hospizes und damit den Bereich, in dem diese tägliche Begleitung unmittelbar gelebt wird.

 

Gerade dieser Moment brachte vieles auf den Punkt. Hospizarbeit braucht professionelle Strukturen und medizinisches Wissen. Getragen wird sie jedoch von Menschen, die bereit sind, anderen Zeit, Aufmerksamkeit und Nähe zu schenken. Sie können einem Menschen seinen letzten Weg nicht abnehmen. Sie können aber dazu beitragen, dass er diesen Weg nicht allein gehen muss.

 

Nach der Andacht wechselten die Gäste in den Kreuzgang und den Innenhof des Klosters. Dort erzählten großformatige Bildtafeln von der Geschichte des Hospizes, vom ehrenamtlichen Engagement und von zahlreichen Begegnungen aus vergangenen Jahren. Ergänzt wurde die Ausstellung durch Informationen zur Abschiedskultur und die Möglichkeit, das Hospiz bei Führungen näher kennenzulernen.

 

Im Kapitelsaal hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Empfang mit Buffet vorbereitet und liebevoll hergerichtet. Auch eine Jubiläumstorte zum 25-jährigen Bestehen gehörte dazu. Den symbolischen Anschnitt übernahmen Dr. Jessen und Dr. Klemm, zwei langjährige ärztliche Wegbegleiter, die die Hospizarbeit in Lehnin über viele Jahre unterstützten.

 

Dr. Jessen verband den festlichen Moment mit einer besonderen Nachricht. Gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe hatte er 5.000 Euro für die Hospizarbeit gesammelt und bereitgestellt. Die Spende fand bei den Mitarbeitenden große Anerkennung und unterstrich einmal mehr, wie eng die Arbeit des Hauses mit einem gewachsenen Kreis von Unterstützern verbunden ist.

 

Bei Gesprächen, dem gemeinsamen Essen und beim Betrachten der Ausstellung klang der Jubiläumstag im Kreuzgang und Klosterinnenhof aus. Aus einer Feierstunde wurde dabei ein Treffen vieler Menschen, die auf ganz unterschiedliche Weise mit dem Hospiz verbunden sind.

 

Der Tag richtete den Blick deshalb nicht allein zurück. Er zeigte, was das Luise-Henrietten-Hospiz heute trägt. Dazu gehören die hauptamtlichen Mitarbeitenden und die Ehrenamtlichen, die Diakonissenschwestern und langjährigen medizinischen Wegbegleiter, der Förderverein und seine Spender, die Verantwortlichen des Diakonissenhauses, Seelsorge und Kirche sowie viele weitere Unterstützer. Auch die Kinder, die Musiker, die Helfenden bei Empfang, Ausstellung und Bewirtung und nicht zuletzt die zahlreichen Gäste trugen zu einer würdevollen und herzlichen Jubiläumsfeier bei.

 

Ihnen allen gilt Dank für ihr Engagement und für die Verbundenheit mit einem Haus, dessen Aufgabe ebenso anspruchsvoll wie menschlich ist. Das Luise-Henrietten-Hospiz begleitet schwerkranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen mit professioneller Palliativpflege, medizinischer Betreuung und persönlicher Zuwendung. Ruhe, Geborgenheit und Sicherheit stehen dabei im Mittelpunkt.

 

So blieb am Ende vor allem ein Gedanke dieses Tages zurück. Auch dort, wo Heilung nicht mehr möglich ist, endet Fürsorge nicht. Vielmehr gewinnt sie eine andere Bedeutung. Sie lindert, begleitet, entlastet und schützt die Würde eines Menschen bis zuletzt.

 

Damit erhielt auch der Psalmvers über der Jubiläumsfeier seine ganz konkrete Bedeutung.

„Meine Zeit steht in Deinen Händen.“

 

TIPP: Mehr über das Evangelische Luise-Henrietten-Hospiz Lehnin, die Hospizarbeit sowie Möglichkeiten zum ehrenamtlichen Engagement und zur finanziellen Unterstützung erfahren Interessierte auf der offiziellen Internetseite des Diakonissenhauses. https://www.diakonissenhaus.de/hospize/evangelisches-luise-henrietten-hospiz-lehnin

 

Fotoserien

25 Jahre Hospiz Lehnin 2026 (DI, 29. September 2026)

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Veröffentlichung

Lehnin
Di, 29. September 2026

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