Wolfsichtungen im Gemeindegebiet
Hinweise und Empfehlungen an die Bevölkerung
In den vergangenen Wochen wurden der Gemeindeverwaltung Wolfssichtungen in den Ortsteilen Damsdorf und Prützke gemeldet. Die Sichtungen fanden überwiegend in den frühen Morgen- und Abendstunden statt.
Nach Rücksprache mit dem Landesamt für Umwelt (LfU) sowie den zuständigen Fachstellen handelt es sich aktuell um unauffällige Verhaltensweisen einzelner Tiere, wie sie in der kälteren Jahreszeit in vielen brandenburgischen Gemeinden regelmäßig auftreten. Ein Wolf in Siedlungsnähe bedeutet allein noch keine Gefährdung – entscheidend ist das konkrete Verhalten des Tieres.
Die Gemeinde nimmt die Sorgen der Eltern, Anwohnerinnen und Anwohner jedoch sehr ernst und gibt folgende Hinweise und Verhaltensregeln bekannt.
Sichtungen einordnen – was ist normales und was auffälliges Verhalten?
• Normal ist: Der Wolf läuft ruhig weiter, bleibt auf Distanz, kreuzt kurz Wege oder Straßen, bleibt aber nicht stehen.
• Ebenfalls typisch: Wölfe nutzen Straßenränder und Wege, weil sie leicht passierbar sind.
• Auffällig ist: Der Wolf läuft nicht weg, bleibt stehen und zeigt deutlich verringerte Scheu.
• Kritisch wird es: Das Tier nähert sich aktiv Menschen, verfolgt Hunde oder lässt sich durch Rufen nicht vertreiben.
Eine akute Gefährdungssituation lag bei den bisherigen Meldungen bisher nicht vor.
Wie sollte man sich verhalten, wenn man einem Wolf begegnet?
• Ruhe bewahren und stehen bleiben.
• Abstand halten, dem Tier nicht folgen.
• Nicht wegrennen – das kann den Jagdinstinkt auslösen.
• Laut ansprechen, in die Hände klatschen, sich groß machen.
• Hunde an der kurzen Leine halten.
• Keine Fütterung, kein Auslegen von Speiseresten. (Stichwort Kompost)
• Kinder sensibilisieren, aber nicht verängstigen: Auf dem Schulweg zusammenbleiben, auf dem beleuchteten Weg bleiben, keine Annäherung an Wildtiere.
Welche Informationen benötigt das Landesamt für Umwelt?
Für eine fachliche Bewertung einer Wolfssichtung ist eine klare Dokumentation wichtig:
• Datum und genaue Uhrzeit der Sichtung
• Exakter Ort (Straße, Orientierungspunkt, GPS möglich)
• Verhalten des Tieres (laufend, stehend, flüchtend, auffällig?)
• Anzahl der Tiere
• Foto oder Video – nur aus sicherer Distanz und ohne Annäherung
• Hinweise auf gerissene Wildtiere oder Spuren (Fußabdrücke, Losung)
WICHTIG: Eine Meldung ersetzt keine akute Gefahrensituation.
Bei einer bedrohlichen Begegnung bitte sofort die Polizei: 110.
Wohin meldet man Sichtungen?
Bitte ausschließlich an die offiziellen Stellen:
• Meldeportal für Wolfshinweise/Wolfssichtungen: https://brandenburg.meldeportal.cloud/observation/95cbe402/wolf
• Landesamt für Umwelt – Wolfshotline Telefon: 0172 – 564 17 00 (Beobachtungen, Totfunde, mögliche Nutztiersschäden)
• E-Mail LfU-Fachteam Wolf:
• Gemeinde Kloster Lehnin – Maerker-Portal: https://maerker.brandenburg.de/bb/klosterlehnin (auch über die Kloster Lehnin App aufrufbar https://www.klosterlehnin.de/seite/792931/07-01-kloster-lehnin-app.html)
• Gemeindeverwaltung – zentrale Information:
Hinweis an die Eltern und Schulen
Die Gemeinde steht im Austausch mit Einrichtungen, um ggf. temporäre Maßnahmen zu prüfen. Derzeit sieht das LfU keinen Anlass für sicherheitsrechtliche Einschränkungen. Sollten sich die Lage oder das Verhalten der Tiere ändern, informiert die Gemeinde umgehend.
Einordnung der aktuellen Situation
Brandenburg weist die höchste Wolfsdichte Deutschlands auf. In der kalten Jahreszeit kommt es landesweit häufiger zu Sichtungen in Ortsrandlagen und bewohnten Bereichen. Laut LfU ist dies ein regelmäßig beobachtetes Muster. Ein Verlust der natürlichen Scheu oder aggressives Verhalten wurde bei den aktuellen Sichtungen in Damsdorf und Prützke nicht festgestellt.
Die Gemeinde Kloster Lehnin bittet die Bevölkerung, Sichtungen verantwortungsvoll zu melden, Hinweise zu beachten und Gelassenheit zu bewahren. Eine sachliche, vollständige Dokumentation hilft den Fachbehörden, mögliche Problemtiere frühzeitig zu erkennen.
Für Rückfragen stehen wir zur Verfügung.
Gemeinde Kloster Lehnin
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