Erfolgreiches Kreativprojekt zum Kinderfreund-Jubiläum
Geburtstage müssen gefeiert werden! Das Rochow-Kulturensemble Reckahn feiert das 250-jährige Jubiläum des Lesebuchs „Der Kinderfreund“ von Friedrich Eberhard von Rochow auf vielfältige Weise. Eine neu gestaltete und kommentierte Ausgabe des „Kinderfreunds“ gibt Einblicke in ein Lesebuch, dessen Wirkungsgeschichte räumlich und zeitlich weit über das kleine Dorf Reckahn hinausgeht: Schon im 18. Jahrhundert wurde es zum europäischen Bestseller. Daran erinnert auch die Sonderausstellung „250 Jahre Kinderfreund – Ein Lesebuchklassiker der Aufklärung“, die bis zum 13. Dezember 2026 mit einzigartigen Exponaten, Hörstationen und durch ein anregendes Ausstellungsdesign die internationale Wirkung des „Lesefreunds“ sichtbar macht.
Doch was wäre ein Fest ohne Kinder und Jugendliche? Sechs Schulen aus dem Land Brandenburg setzten sich auf Einladung des Fördervereins „Historisches Reckahn“ e.V. und mit finanzieller Unterstützung der Plattform „Kulturelle Bildung Brandenburg“ intensiv und auf sehr unterschiedliche Weise mit dem „Kinderfreund“ auseinander. Ihre Ergebnisse präsentierten sie am 1. Juli und 9. September 2026 im Rochow-Kulturensemble Reckahn. Zwei 6. Klassen der Friedrich-Eberhard-von-Rochow-Grundschule in Golzow schrieben in einer Schreibwerkstatt einen „neuen Kinderfreund“, der auf beeindruckende Weise von Themen wie Freundschaft, Mobbing und Lügen handelt. Die Theater-AG der Ev. Grundschule am Dom zu Brandenburg brachte ein Stück zur Aufführung, das mit Witz und Spielfreude die damalige Musterschule vorstellt und deren Lehrmethoden mit dem schulischen Alltag von heute vergleicht. Auch die OberstufenschülerInnen der Voltaireschule Potsdam fragten in ihrem Theaterstück „Friedrich Eberhard von…wer?“, was uns „Herr von Rochow“ heute noch zu sagen habe. Und fanden kritische, aber auch sehr positive Antworten! Die Frage nach guter Bildung ist auch heute noch relevant. Eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Kinderfreund wagten die SchülerInnen der Karibu-Grundschule Paulinenaue und schufen in Anlehnung an das Lesestück „Die Apfelkerne“ mit viel Engagement ein farbenfrohes Graffiti mit dem Schriftzug „Wachse und gedeihe“ an der Sporthallenwand ihrer Schule. Kinder der 1. Klasse der Wilhelm-von-Türk-Schule Potsdam spielten begeistert die Geschichte „Die Kleine Lügnerin“ und setzten das Thema vergleichend in die Gegenwart. Das Schauspiel wurde festgehalten und medial verarbeitet in einem berührenden Film, der mit Gebärdensprache und Untertiteln auch für Menschen mit Höreinschränkungen erlebbar wird. Im Frühjahr 2027 wird zum Abschluss des Kreativprojekts die Theater-AG der Heinrich-Julius-Bruns-Schule ihr Theaterstück „Heinrich Julius Bruns – gestern und heute“ zur Aufführung bringen. Wir sind beeindruckt von der vielfältigen Auseinandersetzung mit Rochows Kinderfreund und danken allen beteiligten SchülerInnen und begleitenden Lehrkräften für Ihr großes Engagement!
Im Namen des Vorstandes
Eva Schaefer






